“Words ought to be a little wild, for they are the assaults of thoughts on the unthinking.” – John Maynard Keynes, englischer Ökonom (1883 – 1946)
Die zunehmende soziale Ungerechtigkeit, die fortschreitende Zerstörung unseres Planeten, der stetig wachsende Anspruch an jeden von uns in fast allen Lebensbereichen scheinen viele Menschen in ein Gefühl der Ohnmacht zu tauchen. Daraus entspringt ein allgemeines Desinteresse am Geschehen und erst recht an Mitwirkung oder Mitsprache. “Bringt ja eh nichts…”
Wirklich nicht? Doch! Welche Ungerechtigkeiten auch immer geschehen, das können sie nur, solange sich keine Mehrheit entschieden dagegen wehrt statt darauf zu warten, dass “die Bösen” ganz von allein aufhören, unsere Rechte mit Füssen zu treten. Unser Planet wird nur so lange für kapitalistische Zwecke ausgebeutet werden, wie wir Konsumenten die Augen verschliessen vor unserer Macht und unserer verdammten Pflicht als solche. Und unsere Gesellschaft in all ihren Aspekten wird sich nicht verändern, solange wir darüber klagen aber das Tun anderen überlassen (jenen, dessen Leistung wir dann kritisieren).
Dies ist ein Aufruf, tätig zu werden. Jeder wie er kann. (Die Meisten können viel mehr als sie sich eingestehen wollen.) Dies ist ein Aufruf, mitzudenken, mitzugestalten, beizutragen. Und weil jedem konstruktiven Beitrag eine Auseinandersetzung mit der jeweiligen Materie vorangehen soll, plädiere ich ganz besonders für das Mitdenken. Worunter ich eine unabhängige, kritische und mutige Meinungsbildung verstehe. Seien wir keine Schafe, die von Interessenparteien vorfabrizierte und uns nach allen Regeln der Kunst verkaufte Meinungen bequem übernehmen. Lassen wir unsere innere Stimme, die unbequeme Fragen stellt, nicht von wohldosierten Zückerchen der bereits erwähnten Interessenparteien ersticken.
Dies ist mein Beitrag. Anstatt mich tagtäglich über das Geschehen aufzuregen und damit bloss meine Umgebung zu unterhalten, habe ich beschlossen meine Meinung kundzutun. Mein Wunsch dabei ist es, andere zu kritischem Betrachten anzuregen und in möglichst Vielen die Gewissheit zu erwecken, dass jeder imstande ist, zur Veränderung beizutragen.
Anmerkung:
Ich sehe mich als Bestandteil der schweizerischen Gesellschaft und drücke mich entsprechend aus: Ich sage “wir” und nicht “die Schweizer”. Da dies aber irreführend sein könnte, was meine Nationalität anbelangt, möchte ich es hier klar festhalten: Ich bin keine Schweizerin (noch nicht) sondern Portugiesin. Ich habe mich, obwohl ich schon doppelt so lange hier als in Portugal gelebt habe, noch nicht einbürgern lassen. Der Hauptgrund ist, dass ich zu oft umgezogen bin. Ich fühle mich aber mindestens so sehr als Schweizerin wie als Portugiesin und habe vor, so bald wie möglich meine Einbürgerung zu beantragen. Wenn man mich nach meinem Zugehörigkeitsgefühl fragt, sage ich immer: “Wenn ich in den Krieg ziehen müsste, dann für die Schweiz.” (Selbstverständlich möchte ich das am liebsten gar nie müssen!) Es ist mir bewusst, das einige Leser sich daran stören können, dass ich unter diesen Umständen davon schreibe, was die Schweiz oder die Schweizer sollen oder nicht. Aber ich bin nun mal Teil der Schweiz, auch ohne roten Pass, und ich möchte mit meiner Meinung meinen Teil beitragen, auch wenn – oder gerade weil – ich noch nicht stimmen und wählen kann.
