Aus freisinnigen Kreisen hört man oft, dass Einkommensunterschiede durch Leistung gerechtfertigt seien. Wer mehr leistet, soll es auch zu mehr bringen. Wer mehr Verantwortung übernimmt, soll dafür entlöhnt werden. Damit bin ich einverstanden.
Doch die Unterschiede, die heute in den meisten Ländern üblich sind, haben nichts mehr mit Leistung zu tun. Die heutigen 1’226 Dollarmilliardäre (siehe Tagesanzeiger.ch) haben ihre bis zu 69 Milliarden nicht selbst erarbeitet. Die ersten Millionen vielleicht schon (wenn sie nicht geerbt wurden, wie bei vielen auf dieser Liste), doch danach wächst das Einkommen und Vermögen, weil sie ihr Kapital arbeiten lassen. Auch das ist grundsätzlich gut, denn es kommt anderen zugute, wenn Investitionen getätigt werden. Problematisch sind die unzähligen, so kreativen wie komplizierten fiskalischen Tricks, mit denen Vermögende allerlei Steuern umgehen. Das sind Vorgänge, die in keinerlei Verbindung zur Leistung dieser Leute stehen.
Zur Frage der richtigen Entlöhnung für die Übernahme von Verantwortung in grossen Unternehmen kann man heutzutage nur bitter lächeln, wo kaum ein Manager für Schäden seiner Firma geradesteht, sondern höchstens mit einer millionenhohen Abgangsentschädigung in eine andere Firma wechselt, wo er wieder “Verantwortung übernimmt”.
Es geht mir in diesem Beitrag nicht so sehr um die krassen oben erwähnten Beispiele, sondern um Ungleichheit an sich. Weiterlesen →
