Aus Egoismus für soziale Gleichheit

Aus freisinnigen Kreisen hört man oft, dass Einkommensunterschiede durch Leistung gerechtfertigt seien. Wer mehr leistet, soll es auch zu mehr bringen. Wer mehr Verantwortung übernimmt, soll dafür entlöhnt werden. Damit bin ich einverstanden.

Doch die Unterschiede, die heute in den meisten Ländern üblich sind, haben nichts mehr mit Leistung zu tun. Die heutigen 1’226 Dollarmilliardäre (siehe Tagesanzeiger.ch) haben ihre bis zu 69 Milliarden nicht selbst erarbeitet. Die ersten Millionen vielleicht schon (wenn sie nicht geerbt wurden, wie bei vielen auf dieser Liste), doch danach wächst das Einkommen und Vermögen, weil sie ihr Kapital arbeiten lassen. Auch das ist grundsätzlich gut, denn es kommt anderen zugute, wenn Investitionen getätigt werden. Problematisch sind die unzähligen, so kreativen wie komplizierten fiskalischen Tricks, mit denen Vermögende allerlei Steuern umgehen. Das sind Vorgänge, die in keinerlei Verbindung zur Leistung dieser Leute stehen.

Zur Frage der richtigen Entlöhnung für die Übernahme von Verantwortung in grossen Unternehmen kann man heutzutage nur bitter lächeln, wo kaum ein Manager für Schäden seiner Firma geradesteht, sondern höchstens mit einer millionenhohen Abgangsentschädigung in eine andere Firma wechselt, wo er wieder “Verantwortung übernimmt”.

Es geht mir in diesem Beitrag nicht so sehr um die krassen oben erwähnten Beispiele, sondern um Ungleichheit an sich. Weiterlesen

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Von der Finanz- zur Demokratie-Krise

Ich könnte nicht sagen, wann es angefangen hat. Aber es ist, seitdem ich Zeitungen lese und mich für Politik und Wirtschaft interessiere, immer offensichtlicher, dass unsere westliche Welt, die sich so sehr damit rühmt, demokratisch zu sein, eben dies in der Tat nicht mehr ist. Unter demokratischer Etiketten regieren zunehmend nicht die von den Völkern gewählten Vertreter sondern diejenigen, die sich Einfluss erkaufen können. Dass damit Wirtschaft, politische und soziale Stabilität an die Wand gefahren werden, war zu erwarten und ist heute sichtbar.

Lieber würde ich erleben, dass diejenigen die an den Steuerrädern sitzen, intelligent genug sind zu erkennen, dass sie sich auch selbst an die Wand fahren. Dass sie ihren eigenen Wohlstand nicht werden erhalten können, wenn sie die restliche Gesellschaft vor die Hunde gehen lassen. Denn Geld ist, wenn es ganz hart auf hart kommt, nichts wert. Weiterlesen

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Spekulationen sind gut. Bloss für wen?

Ivan Glasenberg, CEO von Glencore

Ivan Glasenberg, CEO von Glencore. Einer, dem Spekulationen helfen. (Quelle: 20Minuten)

Unlängst hat die SonntagsZeitung eine Kolumne von Martin Janssen, Professor of Finance an der Universität Zürich, mit dem Titel “Spekulation hilft allen” publiziert. Seitdem ich diese gelesen habe, brennt es mir unter den Nägeln, den Herrn Professor zu korrigieren. Nicht dass ich dächte, er wisse es nicht besser. Nein, ich denke, dass er mit seinen Aussagen das Image seiner Freunde der Finanzbranche aufbessern möchte und dass er die Leser der SonntagsZeitung für dumm hält. Dumm genug, ihm einen solchen – mit Verlaub – Mist zu glauben, bloss weil er einen akademischen Titel trägt. Nun, ich habe schon mehrere akademische Titel tragende Idioten und/oder Lügner angetroffen.

Die am 15. Januar 2012 erschienene Kolumne beginnt so: Weiterlesen

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