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41 Wochen + 3 Blogstöckchen

Knapp 41 Wochen ist es her, seit ich das letzte Mal hier etwas gepostet habe. 41 Wochen, in denen ich sehr oft das Bedürfnis verspürte, zu schreiben, mich mitzuteilen, aber aus verschiedenen Gründen nicht konnte, gerade nicht wollte, manchmal gar die nötige Energie nicht hatte. Es waren höchst anstrengende 41 Wochen, in denen ich mich  beruflich selbständig gemacht habe und sowohl privat wie gesundheitlich einiges zu bewältigen hatte.

Diese Zeit der Blogabstinenz ermöglichte mir aber andererseits, darüber nachzudenken, worüber ich schreiben will, was ich mit euch teilen will – was ich überhaupt zu teilen habe – und wie. Gerechtigkeit und Ethik werden immer wichtige Anliegen von mir bleiben, Philosophie und Psychologie grosse Leidenschaften. Darum werden sich meine niedergeschriebenen Gedanken kreisen, aber auf persönlichere, authentischere Weise. Denn das ist es, was ich denke bieten zu können: reflektierte Ansichten, unbeantwortete Fragen und auf jeden Fall sehr viele Unsicherheiten. Und ja, die sollen geteilt werden! Denn es gibt wenig Tröstlicheres, als die Erkenntnis, dass auch andere die selben Unsicherheiten, Zweifel und Fragen in sich tragen.

Nun, um das inzwischen etwas angesetzte Eis zu brechen, will ich hier drei Blogstöckchen aufnehmen, die mir Ende 2013 von Jürg Wyss, Adrienne Fichter und Gino Brenni übergeben wurden. Verzeiht mir, dass ich nicht alle Fragen beantworten werde, aber ich möchte euch nicht mit Antworten auf 25 Fragen langweilen… Hier die spannendsten neun:

“Warum bist du selbständig Erwerbende geworden?”

Den einen Grund hatte ich dafür nicht, es war eher eine Kombination aus mehreren Gründen und meiner gesundheitlichen und beruflichen Situation. Einerseits leide ich seit über 20 Jahren an Migräne. Zeitweise habe ich einige wenige Anfälle pro Jahr, zeitweise habe ich an fünf Tagen pro Woche lähmende Schmerzen. Mit den Jahren habe ich gelernt, welche Umstände die Migräne bei mir auslösen oder verschlimmern und wie ich diese vermeiden kann. Flexibilität in der Arbeitszeit und dass meine Arbeit meinen Werten und Prinzipien nicht widerspricht sind die wichtigsten Faktoren. Eine selbständige Tätigkeit ermöglicht beides. Dann war noch die Geschäftsidee da, der Handel mit nachhaltigen und hierzulande noch weitgehend unbekannten Produkten, und die Lust, etwas ganz Neues zu wagen.

“Wie hat sich dein Leben dadurch verändert?”

Meine Gesundheit hat sich sehr schnell und deutlich gebessert. Mein Arbeitspensum hat sich noch sehr viel schneller verdoppelt. Aber durch die Flexibilität und Autonomie wiegt die Arbeitslast viel weniger schwer.

“Wie trennst du Privatleben und Geschäft?”

Ich denke, wenn man etwas tut, was einem sehr gefällt, dann ist die Trennung von Privat- und Berufsleben nicht wichtig. Es geht dann nicht um eine klare Trennung, sondern darum, dass die Arbeit das Privatleben nicht verdrängt. Als selbständig Erwerbende habe ich nie Feierabend, die Arbeit ist nie zu Ende erledigt, ich bin zu keinem Zeitpunkt nicht in der Verantwortung. Da ist es wichtig, sich trotzdem für Familie, Freunde, Partner, Sport, etc. regelmässig Zeit zu nehmen.

“Hast Du den Offline-Day mitgemacht? Wenn Nein, weshalb nicht? Und wenn Ja, wie war es?”

Offline-Day?! Wann war er? Ich verspüre immer mal wieder das Bedürfnis, eine Zeit lang auf Nachrichten und Social Media zu verzichten. Dann schaue ich nicht fern, gehe kaum online, lese nichts Tagesaktuelles. Meist geniesse ich stattdessen ein gutes Buch mehr. Ich empfinde diese Zeiten als sehr regenerierend. Vermutlich hat der Offline-Day während einer solchen Zeit stattgefunden. Somit habe ich wohl unwissentlich mitgemacht.

“Welches App schaust Du morgens als Erstes an…?”

Ich lese meine e-Mails. Dann weiss ich, was ich für das Geschäft dringend erledigen muss (z.B. Bestellungen abwickeln) und kann meinen Tag entsprechend planen.

“Könntest Du Dir vorstellen eines Tages Dein Geld alleine im Netz zu verdienen?”

Es ist einer meiner grössten Träume, einmal vom Schreiben zu leben. Und da das Netz immer mehr Bedeutung einnimmt und Möglichkeiten bietet, wäre diese Vorstellung wohl gut mit meinem Traum vereinbar. Somit ein klares Ja!

“Was wäre schlimmer für dich: Eine Nacht lang nicht schlafen zu können, weil ein Kleinkind ständig schreit, oder einen ganzen Tag mit der Person verbringen, die du am meisten auf dem Kicker hast?”

Wer mich gut kennt wird bestätigen können, dass mir mein Schlaf heilig ist. Ich kann sehr unangenehm werden, wenn man mich unnötig weckt. Doch für Kinder habe ich wirklich sehr viel Verständnis, denn die schreien nicht ohne Grund. Den Menschen aber, den ich am meisten auf dem Kicker habe, den kann ich selbst bei grösster Anstrengung keine Stunde aushalten ohne grosse Gefahr zu laufen, dass die Situation ausartet. Einen ganzen Tag würde ich nur in einer absoluten Ausnahmesituation riskieren! Also: Zweiteres.

“Liest du deine Bücher noch in Papierform oder als E-Books? Wieso?”

Nicht ohne schlechtem Gewissen gebe ich zu, dass ich nur papierne Bücher lese. Ich liebe Bücher, nicht nur das Lesen, die Geschichten, die darin enthaltenen Informationen und Anregungen, sondern auch die Gegenstände an sich. Das Papier, der Umschlag, der Geruch, das Rascheln der Seiten… alles. Bücher motivieren, lehren, trösten mich, spenden mir Gesellschaft und helfen mir über schwierige Zeiten seit 30 Jahren. Sie sind für mich mit vielen Gefühlen verbunden. Ich finde e-Books eine gute Entwicklung und kann mir gut vorstellen, Sachbücher als e-Books zu lesen. Trotzdem erlaube ich mir die Umweltsünde, die meisten Bücher in Papierform zu geniessen. Dafür hole ich sie mir auch mal aus der Bibliothek, kaufe gebrauchte Bücher oder verschenke sie nach dem Lesen weiter.

“Hattest du schon mal das Gefühl, vollkommen eins mit dem Universum zu sein? Wo und wann war das?”

Ja, das hatte ich tatsächlich schon mal. Es war ein unspektakuläres aber für mich entscheidendes Erlebnis. Aus deiner Frage, lieber Gino, erlaube ich mir, meinen nächsten Blogpost zu machen.

So, für jetzt ist genug über mich geschrieben. Ich überreiche mein Blogstöckchen an Bettina M. Kreissl Lonfat, Roseli Ferreira und Zora Debrunner, drei Bloggerinnen, die auf ganz unterschiedliche Art und Weise stark und engagiert sind. Was ich von ihnen wissen möchte:

  • Warum bloggst du? Was möchtest du dadurch bewirken?
  • Wofür würdest du eine 25. Stunde am Tag aufwenden?
  • Mit wem würdest du dein Berufsleben gerne tauschen? Warum?
  • Wenn du allen Menschen eine einfache Erkenntnis schenken könntest, welche würdest du wählen? Warum?

Ich bin gespannt!

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